Samstag, 17. April 2010

Tag 3, Karden - Bullay

Es ist ein betörendes gefühl, am morgen aufzuwachen und einfach nur den duft von heu in der nase zu haben. Ich halte noch kurz ausschau nach der katze die mich gestern in den schlaf schnurrte, aber der fiel das aufstehen wohl ein ganzes stückchen leichter wie mir. Die nette bäuerin hatte unten in der stube schon ein feuer für mich angezündet und ein frühstück hergerichtet dass sich selbst in einem hotel hätte sehen lassen können. Geld nahm sie keines von mir, auch der versuch es ihr mehr oder weniger zuzustecken half nicht. Sie bestand aber darauf dass ich ihr einen eintrag im gästebuch hinterlasse.
Es geht los nach Bullay, die längste etappe überhaupt mit 24 km. Ich entschied mich etwas vom jakobsweg abzuweichen über die als "traumpfade" markierte strecke. Das ganze stellte sich irgendwann als ziemlicher alptraum heraus da durch einen heftigen sturm in den letzten tagen es sich viele umgestürzte bäume auf dem weg gemütlich machten und das wandern nahtlos ins klettern und irgendwann ins freeclimbing überging. Oben am höchsten punkt angekommen wurde man aber für alles entschädigt, die aussicht ist unbeschreiblich. Es mussten in etwa 350 höhenmeter sein. Sollte jemandem da oben die volle wasserflasche aus der hand fallen (soll ja so tollpatschige leute geben...), kann man mit einmal luft holen nicht so lange "neiiiiiin" schreien wie diese fliegt. Der pfad bergab ging sehr schnell, fast zu schnell, irgendwann kam das gefühl hoch man bremst das komplette körpergewicht inkl rucksack nur noch mit den zehen und die dann wiederum vorne an den schuhen. Hochmut und wie sich rausstellte auch patentverdächtige ideen kommen vor dem fall, genauso war es mit dem plan einfach mal ein stückchen rückwärts zu laufen, zur entlastung. Wer jetzt das bild von einer schildkröte auf dem rücken im kopf hat ist 1. ganz schön schadenfroh und weiß 2. worauf ich hinaus will...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen